Christian Unverzagt

Der Mensch im Spiegel seines Mülls

Vortrag beim Müllprojekt auf dem Recyclinghof St. Pauli, 17. 6. 2017

Foto: Helge Mundt

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Mitmenschen und Mitmüllmacher!

 

 Wir haben uns hier an einem wunderbaren Ort versammelt. Von hier aus gelangen wir, wenn Sie mich für etwas mehr als eine halbe Stunde als Ihren Ausstellungsführer betrachten wollen, an noch wunderlichere Orte. Denn ich möchte Sie auf einen kleinen Rundgang durch ein virtuelles Museum mitnehmen. Sie müssen dazu nur sitzen oder stehen bleiben, Sie können sogar die Augen schließen.

 Der Ort dieses Museums ist nicht allein Ihre oder meine Phantasie, sondern ein Gedankengebäude, das diesen Ort hier mit allen anderen Orten des Mülls verbindet; ein Gedankengebäude also, das sich quasi von selbst errichtet, wenn man nur der Spur des Mülls folgt. Denn Müll lässt sich nicht wirklich isolieren, Müll ist immer schon mit anderem Müll verbunden – und nicht nur mit Müll. Müll sammelt sich an, Müll breitet sich aus. Müll ist überall. Das ist keine Utopie, sondern geradezu ihr Gegenteil, da Utopie ja Nicht-Ort bedeutet, der Müll aber allerorten ist.

 Seine Spur führt uns in dieses Museum von Mensch & Müll, das als solches auch unsere Gegenwart musealisiert, d.h. aus der Zukunft anschaubar macht. Wir können es aber nicht betreten; nicht weil es virtuell ist, sondern weil wir schon drin sind.

 Ich hoffe, Sie können gut sehen? Ich meine, mit Ihrem inneren Auge.

 Gleich im Eingangsbereich geht es um die Zeit, die Zeit des Menschen und die Zeit des Mülls. Zum Anfang heißt es: „Es begann eigentlich alles ganz harmlos.‟ Auf einer Texttafel findet sich ein Zitat. Ich darf Ihnen das gerade mal vorlesen:

 

„Nachdem der Mensch sich aufgerichtet und somit beide Hände frei hatte, begann er Dinge wegzuwerfen: Bananenschalen, abgenagte Knochen, abgenutzte Faustkeile, zerbrochene Pfeilspitzen. Doch der Müll folgte dem Menschen wie ein treuer Gefährte. Wo immer er kampierte und Feuer machte, ließ der Mensch ihn wieder zurück. Aber nie wurde er ihn auf Dauer los.

 Das meiste verrottete, manches aber blieb Jahre und Jahrtausende erhalten, so dass die Archäologie, die durch die Erde hindurch zurück in die Vergangenheit blickt, die ersten Spuren des Menschen in seinem Müll entdeckte.

 Noch bevor er Felswände bemalte, Gräber aushob oder sich gar zum Bau von aufwendigen Palästen anhalten ließ, machte der Mensch Müll. Der Müll ist so alt wie der Mensch, aber er überdauert ihn. Erst überdauern die Dinge ihre Verwendbarkeit, dann ihren Verwender. Der Müll ist ein Zeuge der vergangenen Existenz von Menschen.‟

 

Soweit der Text. Wir könnten hinzufügen: Das gilt auch für die Zukunft. Einst wird unser Müll von uns zeugen. Doch der Reihe nach: Ich darf Sie in den

 

Geschichts-Raum

 

 bitten. Hier sehen wir die Geschichte von Mensch & Müll im Zeitraffer. Es ist ein unglaublich langer Zeit-Raum, der mehrere Zehntausend Jahre umfasst. In ihm ist zwar vieles geschehen, vieles aber auch nicht. Es wurde vermieden, dadurch dass man die Dinge mehr oder weniger noch sein ließ. Und so konnte man auch den Müll noch sein lassen. Der Mensch lebte noch in seliger Müll-Vergessenheit.

 Die Museumspädagogen wollen in diesem Geschichts-Raum gleichwohl zwei Einsichten vermitteln:

 1. Wie ein Schatten begleitete der Müll den Menschen. Schon in der Steinzeit entstanden erste Vorformen der Deponie, und es kam bereits hin und wieder zur Müllverbrennung. Als dann später Städte gebaut wurden, sammelte sich mit den Menschen auch der Müll an; und sofort machte er sich – wie der Mensch auch – breit. Der Schatten wurde länger.

 2. Es waren immer Katastrophen, mit denen sich der schnell wieder vergessene Müll ins Bewusstsein rief. Pest, Cholera oder Ohnmachtsanfälle durch aufsteigende Faulgase forderten verbesserte Maßnahmen; rückblickend würde man sagen: eine Logistik der Entsorgung. Aber all das gehört noch zu den harmlosen Anfängen der Liaison von Mensch und Müll.

 Wir gelangen zu einer Trennwand innerhalb dieses Geschichtsraums. Über dem Durchgang steht Zeitalter der Industrialisierung. Vor uns sehen wir einen Raum mit dicht an dicht gestellten Objekten. Wenn wir uns auf der Schwelle noch einmal umsehen, erkennen wir, dass das, was wir bisher gesehen haben, zeitlich zwar fast die ganze Geschichte von Mensch und Müll umspannt; dass dieser Zeitraum aber angesichts dessen, was nunmehr auf uns zukommt, tatsächlich nur den Rang einer Vorbemerkung beanspruchen kann.

 Wenn wir der chronologischen Ausschilderung der Exponate folgen, sehen wir: Mit der Industrialisierung vor ca. 200 Jahren wird der Müll-Schatten des Menschen immer größer, und zwar sehr schnell. Dann aber geht es plötzlich noch schneller. Nach dem Zweiten Weltkrieg, dem Vater aller modernen Dinge, wächst sich der Schatten schlagartig zu einem Ungeheuer aus. Der Müll vermehrt sich mit rasender Geschwindigkeit – und er verändert permanent sein Material. Der Raum für ihn wird knapp, und seine Substanz wird immer problematischer. Er kann nicht mehr einfach irgendwo hin gekippt oder in Brand gesetzt werden.

 Diese ungeheure Vermehrung des Mülls bedeutet zugleich, dass wir uns in diesem Raum den Exponaten und ihren Beschreibungen nur selektiv zuwenden können. Wir müssen versuchen, im Vorübergehen das ein oder andere aufzuschnappen.

 Immer wieder geht es auf Schautafeln oder Bildschirmen um schiere Zahlen. Alle 30 Sekunden werden in den USA 106.000 Aluminiumdosen weggeworfen, täglich 426.000 Handys, alle 5 Minuten 2 Millionen Plastikflaschen usw. Das waren Zahlen von vor zehn Jahren. Mit Diagrammen und Balkenstatistiken wird die Zu- und Abnahme der Mengen registriert.

 Zur Veranschaulichung der Zahlen für unsere Vorstellungskraft reichen selbst Fußballfelder oft nicht mehr aus. Wenn es heißt, dass man mit der Jahresproduktion von Plastiktüten die Erdoberfläche mehrfach abdecken könnte, bekommen die Dimensionen des Erdballs einen neuen Sinn – was dem an Interkontinentalflüge gewohnten Urlauber unmittelbar eingängig ist.

 Oder man nimmt die Menschheit als Maß. Jedes Jahr wird weltweit ungefähr soviel Kunststoff hergestellt, wie es vom Gewicht her der Körpermasse aller lebenden Menschen entspricht. Jedes Jahr.

 Hinweisen möchte ich Sie in diesem Raum auch noch auf Exponate, bei denen es um die Produktion von Gütern geht, noch lange bevor diese zu Müll werden. Denn schon ihre Produktion erzeugt Unmengen von Müll. Was an Konsumgütern in der Mülltonne landet, besteht meist nur aus etwa 5 % der Rohstoffe, die zu seiner Herstellung benötigt wurden. Der Rest ist schon vorher, bei der Produktion, zu Müll geworden.

 Wenn Sie mir nun bitte nach oben folgen wollen in den

 

Systemraum

 

 Hier kann man viel lernen über Verfahrenstechniken, Logistik, Organisation, kurz, über das System, das die Frage beantwortet, wie mit dem Müll umzugehen ist, und vor allem: Wohin mit ihm?

 Es ist ein Raum voller Schaukästen, Vitrinen und Fensterchen in der Wand, die uns das Müll-Ungeheuer als Gefangenen präsentieren; genauer als Ein-Gefangenen. Es gibt auch ein paar Vergleichsbilder mit wilden Müllkippen, die, so heißt es, zumindest hierzulande überwiegend der Vergangenheit angehören. Doch damit der Wildwuchs des Mülls zur Vergangenheit wurde, bedurfte es diverser Strategien, die uns hier systematisch vorgeführt werden.

 Es geht im Wesentlichen um Beseitigung, Ver- und Wiederwertung sowie Vermeidung. Dazu gibt es ein umfangreiches Gesetzeswerk, das eigentlich erst in den 1970er Jahren auf den Weg gebracht wurde, und das den Fokus schrittweise von der Beseitigung des Mülls zu seiner Vermeidung verschoben hat.

 Hier können Sie sich informieren über Deponien, Verbrennungsanlagen und über Recyclingverfahren. Sie sehen Tabellen mit Richtlinien, Schautafeln von Verfahren, und Diagramme, die den steilen Anstieg des technischen Fortschritts an verschiedenen Parametern belegen. Da sehen Sie beispielsweise den Schadstoffausstoß einer Müllverbrennungsanlage 1980 und 2017. Die Werte sind dramatisch runtergegangen. Immer wieder können sie damals und heute vergleichen. Das Museumspersonal nennt dieses Stockwerk halb bewundernd halb despektierlich „die Datenebene‟.

 In der Deponie-Abteilung erfahren Sie, wie Deponieklassen nach der Gefährlichkeit des zu lagernden Mülls geordnet sind; was Abdichtungs-, Drainage- und Sickerwasser-Reinigungsanlagen sind; wie geologische Barrieren und wie Überwachungssysteme funktionieren, die verhindern sollen, dass der eingefangene Müll wieder ausbricht.

 In der Müllverbrennungs-Abteilung können Sie lernen, was Volumenreduktion ist, was ein Ersatzbrennstoff ist, wie Drehrohröfen oder Filter- und Rauchgasreinigungsanlagen arbeiten, wie Schlacke aufbereitet wird, und Sie können bei der Konditionierung des Mülls zur Verbesserung seines Brennwerts zusehen.

 In diesem Raum erfährt man, dass es eigentlich ein lückenloses System gibt, das den Müll entsorgt, und zwar immer mit der besten verfügbaren Technik. Hier lernt man, wie alles geregelt ist, und vor allem: dass alles geregelt ist.

 Wenn Sie jetzt den Zwischenrufer gehört haben – haben Sie? „Sprachmüll!Alles Sprachmüll‟, hat er gerufen – dann darf ich Ihnen versichern, dass hier bzw. gleich nebenan auch der Einspruch geregelt ist.

 Da sehen wir eine Stellwand mit der Aufschrift

 

Einwände und Grenzen

 

Hier kommt alles zur Sprache, hier ist der Beleg dafür, dass unser Müll der Müll einer demokratischen Gesellschaft ist. In zahlreichen Schautafeln ist die Rede von Enthüllungen, Skandalen, Unfällen oder Katastrophen – und wie diese zur Verbesserung des Müll-Systems beigetragen haben.

 Da geht es um Grundwassergefährdung durch Sickerwasser aus Deponien, um illegales Entsorgen von Giftmüll rund um den Globus oder um Giftmüllschiffe auf den Weltmeeren; und vieles mehr.

 Hier ist entsprechend auch der Ort, wo noch die schwindende Akzeptanz für Deponien und Müllverbrennungsanlagen in der Bevölkerung zur Sprache kommt. Dazu gibt es sogar ein paar Minuten aus den Fernsehnachrichten. Hier werden Gefahren und Auswirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt angesprochen.

 Eine eigene Vitrine ist dem Zusammenhang von Müllwachstum und Artensterben gewidmet. Dort erfahren Sie, dass die Ausrottungsrate der Arten seit 1950, also zeitgleich mit dem expansiven Müllwachstum, deren natürliches Aussterben während der Evolution in früheren Zeiten um das 1.000-fache überschreitet.

 Wenn Sie ein andermal mit viel Zeit wiederkommen, können Sie sich auch den etwas längeren Artikel durchlesen, in dem es um einen Grenzbereich zwischen Politik und Ästhetik geht, nämlich um die Beschönigung und das Schönreden von Müll.

 An der Wand sehen Sie Fotos von Aktivisten einer Bürgerinitiative neben einem Angestellten des Umweltbundesamtes, Vertreter einer UNESCO-zertifizierten Nichtregierungsorganisation neben wütenden Demonstranten, die z. T. bis auf schmale Sehschlitze vermummt sind.

 Kein Einwand, kein Protest und kein Gegengutachten bleibt hier unerwähnt. Wir sind immer noch im Systemraum.

 Wenige Schritte von hier sehen Sie einen kleinen verdunkelten Raum im Raum. Es ist der

 

 Raum der Vermeidung

 

Hier darf ich Sie bitten, sich eine der bereitliegenden Brillen aufzusetzen. Sie sehen dann die z. Zt. in Deutschland jährlich anfallenden rund 400 Millionen Tonnen Müll, dargestellt in kleinen Müll-Tonnen, Müll en miniature. In der Simulation sehen Sie, dass diese kleinen Mülltonnen, nebeneinander gestellt, mehrfach um den Äquator reichen. (Da haben wir wieder die Globalisierung der Veranschaulichungsbilder.) Aber man entdeckt sie kaum, diese kleinen Müll-Tonnen, denn sie verschwinden geradezu unter den Müll-Bergen und -Lawinen drumherum; unter Müll, der Ihnen zu Leibe rücken und Ihnen die Luft zum Atmen nehmen würde – wenn es sich bei ihm nicht um den vermiedenen Müll handeln würde; um den Müll also, den es zu unser aller Glück – auch das ist eine Vorstellung von Glück geworden! – gar nicht gibt. Weil er vermieden werden konnte. Er konnte vor allem deswegen vermieden werden, weil die Wirtschaftsleistung vom Abfallaufkommen entkoppelt wurde. Das zu erklären, reicht uns hier die Zeit nicht, das macht dann bei Gelegenheit ihr zuständiger Politiker.

 Wir verlassen diesen virtuellen Anhang unseres virtuellen Museums wieder und gelangen zu einer metarealen Installation, die den gesamten Raum umfasst; nicht nur den Systemraum, sondern den gesamten Komplex unseres virtuellen Museums – und damit der Welt. Diese Installation zeigt uns das Schicksal der nicht vermiedenen Müll-Tonnen an. Wir betreten damit zugleich das

 

 Über-All

 

 Wie bei Google-Maps oder Google-Earth können Sie sich an einen beliebigen Ort einzoomen – und bekommen dort Müll in seinen verschiedensten Erscheinungsformen mit verschiedenen Einfärbungen zu sehen.

 Sie können sich selbstverständlich Müll anzeigen lassen, der dort schon als solcher lagert. Sie können aber auch zukünftigen Müll anklicken, der momentan noch in der Hülle seiner Warenform, d.h. als umworbenes und begehrtes Konsumgut, erscheint; oder aber solchen, der zu einem Wertstoff umdeklariert wurde. Sie sehen dann Autobahnbeläge unter Ihren Rädern, Rigipsplatten in Ihren Wänden, Parkbänke oder auch Blumenkästen auf Ihrem Balkon.

 An einer interaktiven Stellwand erscheint die Müllform verschiedenster Konsumgüter nach Elementen geordnet, d.h. wie der Müll die Elemente als Abgas, Abluft, Abraum oder Abwasser durchdringt.

 Wenn Sie sich etwas mit den Funktionstasten vertraut machen, können Sie sich auch gesondert legalen und illegalen Müll anzeigen lassen. Auf dem Meeresgrund entdecken Sie Giftmülltonnen oder ganze Schiffe, die dort von der Mafia eindeutig illegal entsorgt wurden. Geordnete Deponien beherbergen dagegen überwiegend legalen Müll.

 Bei manchen Orten oder Gegenständen erscheint statt der bunten Einfärbung allerdings – Sie haben das vielleicht schon bemerkt – ein nichtssagendes Grau und dazu eingeblendet ein Text, der auf einen laufenden Rechtsstreit hinweist.

 In einem Fall geht es darum, dass gemäß eines EU-GH-Urteils aus dem Jahr 2002 gefährliche Abfälle, die zum Auffüllen von alten Salzbergwerken (d.h. als sog. Bergversatz) verwendet werden, dort juristisch eben gar nicht als Müll lagern, sondern als Wertstoff verwendet werden.

 In anderen Fällen werden Sie auf veränderte Grenzwerte hingewiesen, die von den Ausstellungsmachern v.a. bei der Darstellung der Müllform von Haushaltsgegenständen wie geleimten Regalen, Matratzen, Kinderspielzeug usw. eine jeweils aktuelle Anpassung der Einfärbungen verlangen.

 Unten auf dem Display finden Sie einen Link zu einem Feuilleton-Artikel, in dem diese Grenzwertverschiebungen zum heutigen Stand der gesellschaftlichen Wertedebatte erklärt werden.

 Bevor wir weitergehen, möchte ich Sie noch auf zwei weitere Tasten aufmerksam machen: Da ist zum einen die für den vergessenen Müll. Sie sehen dann z. B. einen Hügel im Grüngürtel hinter einer Mehrzweckhalle, der über eine ehemals wilde Müllkippe gewachsen sein könnte. Auch die Datensätze dieser Funktionstaste müssen ständig aktualisiert werden, da an ihrer Erstellung vor allem Amateurmüllgräber mitwirken, unter die sich immer wieder Verschwörungstheoretiker mischen.

 Des Weiteren haben Sie eine Funktionstaste für unabsichtlich verbreiteten Müll – der vom Winde verweht oder von den Flussläufen ins Meer getragen wurde. In den Weltmeeren gibt es mittlerweile bekanntlich sechs mal mehr Plastik als Plankton. Das wenigste davon hat man mutwillig dahin geworfen.

 Von hier aus, meine Damen und Herren, sind wir dann schon weitergegangen, auch wenn wir den Raum des Über-Alls schlechterdings nicht mehr verlassen können. In unserem virtuellen Museum schreiten wir dennoch voran. Wir haben den

 

Zeit-Raum des Anthropozäns

 

 betreten. Seit der Jahrtausendwende beschäftigt sich die Wissenschaft mit diesem Begriff, der eine These beinhaltet: dass wir nämlich in einem neuen, durch den Menschen geprägten Erdzeitalter leben. Der Müll der Menschheit ist ein gewichtiges Argument für diese These, denn er hat geologische Auswirkungen. Er ist nicht nur beteiligt am Artensterben, sondern er setzt sich auch im Meer und in der Erde als Schicht ab. Er formt die Lebensbedingungen auf diesem Planeten um. Die Debatte um das Anthropozän hat in unser virtuelles Museum vor allem mit zwei Erkenntnissen Eingang gefunden:

 1. Das Verhältnis von Mensch und Müll hat bereits irreversible Auswirkungen auf die Erdgeschichte.

 2. Wir bedürfen, um die Gegenwart zu verstehen, eines Blickes zurück auf sie. Aus dem, was daraus geworden sein wird, müssen wir einen Blick zurück auf die Jetztzeit werfen; einen Blick, in dem sich Geschichte und Geologie überkreuzen. Wir, die wir gewohnt sind, uns die Schauseite der Güter zeigen zu lassen, erhaschen damit einen Blick auf die Rückseite der Dinge.

 Von hier aus, wenn Sie mir folgen wollen, gelangen wir zu einer Station, die eine lediglich rhetorische Frage aufzuwerfen scheint: Wessen Hinterlassenschaft ist das alles? Eigentlich scheint die Antwort klar. Und so heißt auch der nächste Raum

 

 Der Mensch

 

 Dieser Raum ist als interaktives Environment gestaltet. In dem Augenblick, in dem man ihn betritt, gibt es einen kolossalen Schlag. Etwas klatscht auf den Boden, auf dem man plötzlich eine tote Sphinx liegen sieht. Die bildungsnahen Besucher erinnern sich, dass es diese Situation in der grauen Vorzeit unserer Kultur schon einmal gab, und zwar als Ödipus die Rätselfrage der Sphinx mit dem Ausspruch beantwortete: „Es ist der Mensch!‟ Daraufhin stürzte sich bekanntlich die Sphinx, die den Reisenden vor der Stadt Theben aufgelauert hatte, von ihrem Felsen und war tot.

 In der Tat, angesichts der Müllberge, kommen auch wir nicht umhin zu sagen: „Es ist der Mensch!‟ Dann seufzen immer einige Besucher und meinen: „Das waren wir!‟ Aber in dem Moment schnellt die Sphinx wieder hoch und legt sich quicklebendig auf den unter ihr weiter wachsenden Müllberg.

 Diejenigen unter ihnen, die jetzt etwas irritiert und ratlos dastehen, sind nicht die ersten, denen es so geht. Warum springt die Sphinx hin und her? Warum wird sie wieder lebendig?

 Wenn sie sich jetzt, Orientierung suchend, noch einmal umwenden, sehen Sie, dass der Raum, der von außen als „Der Mensch‟ ausgezeichnet war, in seinem Inneren

 

Raum der Selbsterkenntnis

 

 heißt. Über dem Zugang steht, wie schon damals in Delphi: „Erkenne dich selbst.‟ Dazu hört man ein Geflüster von den Wänden: „Mensch, wer bist du?‟

 Unterdessen hat sich die Tür geräuschlos verschlossen. Auf ihrer Oberfläche sind Icons erschienen, die verschiedenen unserer Selbstbilder als Mensch entsprechen. Das erste zeigt ein Feuer. Wenn Sie es berühren, wird der verschlossene Ausgang zu einer Großbildleinwand, auf der Sie sich in Gestalt eines Neandertalers beim Entfachen eines Feuers sehen. Es ist ein Müllfeuer, das die männlichen Besucher unter uns wieder auspinkeln wollen. Doch vergeblich, und so bleibt der Ausgang verschlossen. Er öffnet sich auch nicht beim Aktivieren des Werkzeuge herstellenden oder des Gräber anlegenden (und bei wissenschaftlichem Bedarf wieder öffnenden) Menschen. Sie müssen gewissermaßen noch tiefer graben.

 Erst wenn Sie ein kleines schwarzes Feld mit der Aufschrift „Unter Tage‟ aktivieren, öffnet sich der Durchgang, und zwar nach unten. Ich darf Sie bitten, mir in den Grubenaufzug zu folgen. Wir gelangen dann – virtuell versteht sich, denn das Betreten ist Unbefugten strengstens verboten – in die größte

 

unterirdische Sondermülldeponie

 

 der Welt. Ihr Original befindet sich im geographischen Zentrum Deutschlands, in Herfa-Neurode. Hier aber sind Sie im Herzstück unseres virtuellen Müllmuseums. Es handelt sich um ein altes Kali-Bergwerk, dessen Stollen jetzt, d.h. seit 1972, mit Sondermüll verfüllt werden; mit Sondermüll, der so gefährlich ist, dass er oberirdisch nicht deponiert werden darf.

 Die Quantität des gefährlichen Sondermülls ist, verglichen mit dem oben zu entsorgenden oder zu verwertenden Müll eine Lappalie. Gerade mal etwas mehr als 3 Mio Tonnen lagern hier, jedes Jahr kommen ca. 80.000 t dazu; die allerdings nicht en miniature. Für sie bedarf man einer Anlage, die so ausgedehnt ist, auch wegen der Sicherheitsabstände, dass man sich nur motorisiert in ihr bewegen kann. Die unterirdischen Hauptverkehrsstraßen erstrecken sich über eine Gesamtlänge von 280 km.

 Die Deponie wird übrigens nicht nur aus ganz Deutschland beliefert, sondern aus ganz Europa, z. T. sogar aus dem außereuropäischen Ausland. Täglich gibt es 20 – 30 LKW-Anlieferungen.

 Hier also lagert der Rest der Reste. Hierher wird gebracht, was so toxisch ist, dass es vom Biozyklus abgekoppelt werden muss. Zum Teil würden schon relativ geringe Mengen bei entsprechender Verteilung ausreichen, alles höhere Leben auf diesem Planeten auszurotten – einschließlich das des Menschen.

 In Tonnen und Säcke verpackt gibt es hier Dioxine, Furane, Quecksilber, Zyanid und Arsen. All das wurde gebraucht bei der Metallgewinnung, dem Holzschutz, als Insektizid, als Arznei oder auch zur Herstellung von Lebensmittelzusatzstoffen. Zu gefährlichem Sondermüll zählen Weichmacher, Flammschutzmittel, Schwermetalle, Sondermetalle, Pestizide, PCB, Krankenhausabfälle, Lösemittel, Laugen, Laborchemikalien.

 Wir müssen uns klarmachen, dass das, was hier lagert, seinen Ursprung nicht in unterirdischen Giftgasfabriken finsterer Tyrannen aus James-Bond-Filmen oder der Tagesschau hat, sondern oberirdisch in modernsten Produktionsanlagen unserer Wirtschaft. In ihnen wird dasjenige hergestellt, von dem wir gelernt haben, dass es unseren Wohlstand ausmacht. Und jetzt – stehen wir vor gefährlichem Sondermüll.

 All das hier ist irgendwann aus einer Naturform von Dingen entstanden. Sie wurde vom Menschen umgeformt in eine – wie er meint – Nutzform mit adretter Schauseite. Doch diese Nutzform ist im Leben der Dinge nur wie ein flüchtiger Augenblick. Kaum hergestellt, beginnt sie schon wieder zu verfallen, fällt ab, wird Abfall, Müll. Doch auf einmal kehren immer mehr Dinge aus ihrer Müllform nicht mehr zu ihrer Naturform zurück. Es handelt sich um Stoffverbindungen, die nicht wieder in den Kreislauf der Natur integriert werden können. Manchmal ist der Natur nur ihre industriell erzeugte Konzentration unbekannt, meist aber sind sie überhaupt erst im Labor entstanden. Oder sie entstehen – bei der Beseitigung von Müll. Denn einen wachsenden Anteil dieses gefährlichen Sondermülls stellt der immer feiner gemahlene hochgiftige Filterstaub aus der Müllverbrennung dar. Während oben im Feuerschutz politischer Richtlinien die Müllverbrennungsindustrie boomt, sammelt sich unten an, was dabei wieder zu einem erdähnlichen Gemisch wird.

 Doch es ähnelt der Erde nur von außen. Es ist zum Gegenteil von Erde geworden. Es muss außerhalb des Biozyklus bleiben. Es ist „Außererde‟. Was der Erde abgerungen wurde, muss nun bis zum Ende der Zeiten als Außererde in ihrem Inneren isoliert bleiben.

 Es drängt sich eine irritierende Erkenntnis auf: dass nämlich die Müll-beseitigung – mittels „bester verfügbarer Technik‟ – eine Produktion ist, nämlich von Sondermüll.

 Wenn der Berg voll ist, soll er verschlossen und versiegelt werden. Für immer. Nicht nur für uns, sondern auch für die Transportelemente. Jeder Kontakt des Mülls mit Grundwasser oder der Luft muss verhindert werden. Der Sondermüll darf nicht in den Biozyklus geraten, nicht in hundert Jahren, nicht in tausend und auch nicht in hunderttausend Jahren. Er muss dort unten ruhen, selbst wenn oben Revolutionen oder – vielleicht etwas aktueller – Heilige Kriege toben. Er muss Katastrophen und Kataklysmen überdauern. Noch wenn die Erde bebte, müsste er im Inneren des Berges in einsamer Stille wie ein Buddha ruhen.

 In einem kurzen Zeitabschnitt der menschlichen Geschichte entstanden, muss er als geologischer Geist im Gestein gefangen bleiben. So wie einst die unsterblichen Giganten nach ihrem Aufstand gegen die Götter von diesen in den Tartaros verbannt wurden, so soll das, was hier lagert, auf ewig eingeschlossen bleiben. Mensch & Müll haben eine große, eine gigantische Idee geboren: die des Endlagers. Sie lässt uns schaudern, fast wie zu Zeiten, da es auch für uns noch das Heilige gab.

 Hier unten, in der Schattenwelt des Sondermülls, tauchen an den Stollenwänden verzerrte Spiegelbilder des Menschen auf, der aus Erde Außererde machen konnte. In fratzenhaften Bildern mischen sich Scham und faustischer Stolz.

 Meine Damen und Herren, wir befinden uns immer noch im Raum der Selbsterkenntnis. Doch es scheint, als müssten wir noch weiter, um deutlicher zu sehen. Einen Schritt weiter sind wir in der

 

 Nachwelt

 

 - dem Raum der Selbstbegegnung, wie es etwas dunkel heißt. Tatsächlich handelt es sich um einen eher dunklen Raum mit bewusst vage gehaltenen Konturen. Hier haben die Museumsmacher mit einem ausgefeilten System von Überblendungen gearbeitet.

 Sie sehen eine von Muscheln und Ameisen bevölkerte Erde, über die eisige Stürme fegen; dann wieder grüne Landschaften mit Echsen ähnlichen äsenden Wesen, aber weit und breit kein Säugetier. Plötzlich gleichen die Bilder wieder denen, die uns Raumsonden ab und zu von den äußeren Planeten unseres Sonnensystems schicken. Auch das sind Bilder des Menschen – so wie er durch seine Hinterlassenschaft in menschen-leerer Zeit nachwirkt.

 Was die Natur auf der Erde in Jahrmillionen geschaffen hatte, hat der Mensch mit den industriellen Abkürzungsverfahren in den Wohlstand für alle innerhalb von ein paar Jahrzehnten umgeschaffen. Was er dabei hinterlässt, setzt Zeitläufe in die Welt, die diejenigen der natürlichen Evolution z. T. noch überbieten.

 Aber bevor Sie das Sitzkissen der Nachwelt erreichen, auf dem Sie über das Verhältnis von Evolution und Ewigkeit meditieren könnten, verändert sich das Ambiente schon wieder. Sie sehen Menschen und menschenähnliche Wesen. Die Konturen des Hintergrunds sind von den Museumsmachern weiterhin unscharf gehalten. Manchmal glauben Sie vielleicht, endlose Betonlandschaften mit evtl. begrünten Balkonen zu sehen, dann wieder öde Wüsten und blubbernde Gewässer, oder auch üppig blühende Parklandschaften. Sie sehen spielende Kinder – und jetzt haben Sie das untrügliche Gefühl: Das sind Ihre eigenen, das sind unser aller Nachfahren.

 Die Museumspädagogen haben nun ein Spiel mit folgender Ausgangssituation entworfen: Sie sehen, wie diese Kinder in selbst gegrabenen Höhlen spielen und sich mit allerlei Werkzeug an Tonnen und Säcken zu schaffen machen, auf denen sich Aufkleber mit stilisierten Schädeln befinden. Ihre Spielaufgabe in diesem Raum besteht nun darin, den Eltern rechtzeitig zu vermitteln, dass ihre Kinder sich auf gar keinen Fall an diesen Tonnen und Säcken zu schaffen machen dürfen. Sie müssen sie warnen.

 Aber Sie stoßen auf Schwierigkeiten. Die einen fangen gleich an mit Lasern oder ähnlichem auf Sie zu schießen. Andere nehmen Sie gar nicht wahr, wie auch immer Sie gestikulieren und toben mögen. Noch andere knipsen Sie einfach mit einer Art Fernbedienung aus. Und bei denen, die Sie wahrnehmen, können Sie sich beim besten Willen nicht verständlich machen.

 Sie realisieren, dass Sie in einer Zukunft gelandet sind, mit der Sie keine gemeinsame Sprache mehr haben. Noch keine menschliche Kultur, kein Zeichensystem, konnte Zeitläufe überbrücken, die der vom Menschen angefertigte Müll dauert. Nicht nur der Müll, der abgeschottet bleiben muss, wird in der Erde verschwunden sein, sondern auch die Botschaft, die vor ihm warnen soll. Einige unserer Besucher fühlen sich laut Gästebuch dann immer wie in einem Traum, in dem sie wegrennen wollen, aber nicht von der Stelle kommen.

 Noch ganz unter dem Eindruck dieser Erfahrung wird Ihnen gleich eine zweite Spielaufgabe gestellt: Sie sollen den Menschen, mit denen Sie sich nun auf einmal sprachlich verständigen können, gute Ratschläge geben, wie Sie mit unserer Hinterlassenschaft umgehen können. Sie sollen ihnen raten, wie sie diese öde, verschmutzte Erde, die wir als Altstandort hinterlassen haben, wieder aufräumen können. Es gibt nur eine einzige Auflage hinsichtlich der Kosten des Aufräumens: Sie können keine weiteren Ressourcen aus der Zukunft anzapfen. Sie können Ihre Nachkommen nicht auch zu Zukunftsräubern machen. Es ist Zahltag, und es kann nichts mehr von zukünftigen Generationen geliehen werden. Sie müssen nun an die

 

Konsole des Selbstverhältnisses,

 

  die Ihnen als Rechenhilfe dient. Schon ein erster Kostenüberschlag sagt uns dort: Selbst wenn uns die ausgerotteten Tier- und Pflanzenarten erlassen würden, und wenn nur aufgeräumt und die Altlasten bereinigt werden sollten, müsste die Nachwelt bezahlen, was von unserem Reichtum abgefallen ist. Die Wohlstandsgesellschaft hat sich ihren Reichtum von ihrer Nachwelt angeeignet.

 Der die Welt-Substanz durchdringende Müll enthüllt auf einmal, dass er mehr ist als nur Materie. Er offenbart sich als Welt-Verhältnis, in dem sich ein seltsames Selbst-verhältnis verbirgt. Der Müll landet nicht nur in der Um- und Mitwelt, sondern auch in der Nachwelt, in der unsere eigenen Nachfahren leben.

 Der Mensch, der von den Ressourcen der Zukunft lebt, zieht eine Spur von Außerirdischem hinter sich her. Er hat seiner eigenen Nachwelt geraubt, was er für sie hüten sollte. Dafür hinterlässt er ihr als Gabe – seinen Müll. Der Mensch ist nicht nur ein Fremder auf der Erde geworden ist, sondern auch sich selbst.

 Wir treten unwillkürlich einen Schritt zurück. Sind das wirklich wir? Schmerzhaft wird uns bewusst, dass wir in unserem Müll-Museum noch nicht aus dem Raum der Selbsterkenntnis entlassen sind. Können wir uns wirklich als jemanden sehen, der die Erde für seine Kinder zu einer Müllkippe umgestaltet und ihnen unter der Erde tonnenweise tödlich giftigen Sondermüll aufs Zukunftskonto legt?

 Doch bevor Ihr Besuch in unserem virtuellen Müll-Museum zu einem verdrießlichen Abend wird, entdecken Sie einen Button mit der Aufschrift Vision. Dazu hören Sie Stimmen, die Ihnen zurufen: „Nicht versiegeln! Kein Endlager! Alles muss rückholbar bleiben. Unsere Nachfahren werden das eines Tages noch verwenden können.‟ Die Stimmen versichern Ihnen, dass das, was den Rückständigen unter uns heute noch als Fluch erscheint, sich für unsere Nachwelt zu einem Schatz verwandelt haben wird. Das sei die Höhe des Menschen, zu der auch wir Heutige uns in unserem Selbstbewusstsein aufschwingen müssten. Unsere Nachfahren werden, so wird Ihnen versichert, in einer Welt des weiter wirtschaftswachsenden Wohlstands leben, deren Ressourcen nicht zuletzt ober- und unterirdische Müllkippen sind. Dank Wissenschaft und Technik.

 Was in der Vorzeit der Mythen und Märchen nur zauberkräftige Zwerge vermochten: nämlich Schätze aus Gestein zu entbergen; was zum Traum der Menschheit wurde: Gold machen zu können; das beginnt nun, so die Vision, Wirklichkeit zu werden. Die Ressourcen liegen bereit, verborgen im Berg, zu verwandeln im Labor. Dank Wissenschaft und Technik. Der Speer, der die Wunde geschlagen hat, der wird sie auch wieder heilen.

 Sie haben sicher bemerkt, dass sich neben dem Visions-Button eine Memento-Taste befindet. Wenn Sie diese drücken, wird Ihnen ins Gedächtnis gerufen, dass solche Visionen mit der alten Hoffnung einer Rückkehr ins Paradies spielen; dass Paradies aber Garten bedeutet, und dass zumindest der Volksmund davor warnt, Böcke zu Gärtnern zu machen.

 Nun, ob der Müll des Menschen sein Fluch oder sein Schatz ist - das wird im

 

 Zeit-Raum der Lösung

 

 ermittelt. Hier im Museum, das ja nur ein virtueller Raum ist, ist er allerdings nicht zugänglich. Stattdessen ist man

 

 wieder im Foyer

 

 Dort aber ist der Ausgang unauffindbar. Den Zeit-Raum der Lösung kann man von hier aus nicht betreten, das Foyer aber nicht mehr verlassen.

 Wenn Sie jetzt etwas unruhig auf die Uhr schauen, sehen Sie, dass es fünf vor zwölf ist. Das war es aber auch schon vor 30 Jahren, und fünf vor zwölf ist es auch wieder bei der nächsten Weltklimakonferenz oder beim ersten Weltmüllgipfel. Fünf vor zwölf ist es immer, wenn Ihr Politiker mit seinen Kollegen am Tisch sitzt. Es ist zwar nur ein kleines Katzentischchen neben dem Tisch der Großen Konzerne. Aber es ist ein Tischchen, an dem die Zeit nicht vergeht.

 An dieser Stelle – pünktlich um fünf vor zwölf – endet unsere kleine Führung durch unser virtuelles Müll & Mensch-Museum. Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.