Christian Unverzagt

Der Wandlungsleib des Dong Yuan

Fußnote 624:

Der Begriff des Wandlungsleibs mag Assoziationen zur buddhistischen Lehre der drei Körper Buddhas (Sanskrit: trikāya) hervorrufen, die im 4. Jahrhundert n. Chr. durch Asanga, einen der Begründer der Yogācāra-Schule, ausgebildet wurde. Danach gibt es 1. dharmakāya (chin. 法身 fashen), den Wesenskörper, der sich nicht darstellen lässt; 2. sambhogakāya (chin. 報身 baoshen) den Genuss- oder Verklärungskörper, der in visualisierender Meditation geschaut werden kann; und 3. nirmānakāya (chin. 化身 huashen, 應身 yingshen), den sich in der Welt manifestierenden Verwandlungs- oder Αnpassungskörper. Tatsächlich ließen sich die Positionen der Kunstgeschichte zu Dong Yuan in vager Anlehnung an die trikāya-Lehre beschreiben. Die Literaten, allen voran Dong Qichang, beanspruchten demnach, dem Wesenskörper Dong Yuans begegnen zu können, während die moderne Kunstgeschichte sich immerhin eine über stilgetreue Kopien vermittelte Begegnung mit dessen Verklärungskörper zutraute. Unsere Untersuchung hingegen gäbe sich mit dem Verwandlungskörper zufrieden, den als solchen zu erkennen sie sich schon als Leistung anrechnete.

 

Buchveröffentlichungen von Christian Unverzagt

demnächst erscheinen:

Die klassischen Schriften des Taijiquan

 

Alien Mensch. Vom Sondermüll zur Selbsterkenntnis

 

 

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