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Details zum Buch
256 Seiten mit 27 Abbildungen auf 16 Tafeln, Kart.
39,- €, 64,40 sFr
ISBN 978-3-515-08967-8
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Dong Yuan (10. Jh.) gilt als einer der größten Maler Chinas. Eine
genaue Prüfung der Quellen vom 10. bis zum 20. Jahrhundert zeigt jedoch,
wie nicht nur sein Ruhm erst im Lauf der Zeit entstand, sondern auch das ihm
jeweils zugeschriebene Oeuvre. Nach Maßgabe politischer, kultureller
und ästhetischer Veränderungen wandelte sich das Image des Meisters
und mit ihm der Bestand der ihm zugeschriebenen Werke. Der nachträgliche
Versuch der Kunstgeschichte, dieses sich permanent verändernde Oeuvre
durch eine scharfe Trennlinie zwischen Originalen, Kopien, Imitationen und
Fälschungen in einer authentischen Ursprungsgestalt still zu stellen,
schlägt fehl und wird seinerseits zur unfreiwilligen Arbeit an diesem
Wandlungsleib. Der Wandlungsleib des Dong Yuan zeigt die methodischen
Grenzen und Aporien der modernen Kunstgeschichte auf. Zugleich öffnet
sich mit einer theoretischen Reflexion auf das Phänomen des Wandlungsleibs
ein neuer Betrachtungshorizont, an dem hinter der Frage nach der Authentizität
wieder das Enigma der Kunst aufblitzt.
Der Wandlungsleib des Dong Yuan ist die überarbeitete Fassung
einer Doktorarbeit, die 2005 unter dem Titel Der lange Schatten des
Ursprungs an der Universität Heidelberg eingereicht und mit der äußerst
selten vergebenen Höchstnote summa cum laude bewertet wurde.
Aus den Gutachten:
„Der Autor geht mit bestechender methodischer Schärfe vor ... In
der chronologischen Behandlung der Textquellen ist ein Exkurs über Kunstsammlungen
und ihre Funktion für die Etablierung und Überlieferung des Oeuvres
eines Meisters eingefügt. Hier demonstriert Unverzagt, wie bereits die
wechselvolle Geschichte der Sammlungen und der beständige Aderlass aus
den Sammlungen die Kreation von neuen Werken nötig macht. In einer brillanten
Schlussfolgerung kommt er zu dem Ergebnis, dass das perfekte Meisterwerk eigentlich
gar nicht existieren darf. Vielmehr gehört es geradezu zu dessen Definition,
dass es in seiner Idealisierung unsichtbar wird ... Unter Verzicht auf jeglichen
Jargon sind seine Formulierungen präzise und gewandt.“
(Lothar Ledderose, Professor für Kunstgeschichte Ostasiens, Universität
Heidelberg, Balzan Preisträger 2005)
„Von detaillierten Untersuchungen der zu Dong Yuan erhaltenen Textquellen
aus gelangt der Autor zu breit angelegten, wegweisenden Überlegungen,
die über das Fach der chinesischen Kunstgeschichte hinausweisen ... Diese
provozierende, innovative und gründliche Dissertation sollte nicht nur
als sprachliches Vorbild für deutsche Kunstgeschichtsarbeiten herangezogen
werden, sondern sie besticht auch durch ihre methodische Schärfe, ihr
breites Wissen innerhalb des behandelten Gebiets sowie eine ungewöhnliche
Belesenheit in der europäischen Kunst- und Geistesgeschichte.“
(Melanie Trede, Professorin für Kunstgeschichte Ostasiens, Universität
Heidelberg)
Inhalt & Leseproben
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